Die Globalisierung macht nun auch vor dem Gesundheitswesen, respektive den Ärzten nicht halt. Dank des Internets können sich Patienten mit einem konkreten Behandlungswunsch (z.B. Zahnimplantaten oder einer Schönheitsoperation) sehr einfach über den Leistungsumfang und die Preise verschiedener Kliniken weltweit informieren. Wenn man alleine bei Google in die Suchmaske einen konkreten Behandlungswunsch eingibt, findet man sofort eine Vielzahl von mehr oder weniger seriösen Angeboten. Auch wenn die günstigen Preise für eine Behandlung insbesondere in den osteuropäischen Ländern sehr verlockend sind, sollte man sich immer im Klaren sein, dass zu diesen Preisen zum einen Reisekosten hinzukommen (und oftmals nicht nur für den eigentlichen medizinischen Eingriff, sondern auch für eine Vorbesprechung bzw. eine Nachuntersuchung) und insbesondere mögliche Gewährleistungsansprüche nur schwer durchsetzbar sind. Gerade bei Zahnbehandlungen erhalten Patienten in der Regel sogar von den gesetzlichen Krankenkassen den Festzuschuß, wenn sie sich im europäischen Ausland behandeln lassen. Mit diesem Festzuschuß erhalten Patienten insbesondere in Ungarn oder der Türkei eine Zahnbehandlung oftmals ganz ohne Zuzahlung. Die AOK Baden Württemberg geht seit kurzem im Bereich der Zahnmedizin einen anderen Weg: sie schickt Ihre Versicherte, denen die Behandlung bei ihrem “Hauszahnarzt” zu teuer ist, auf eine Internetplattform (zahngebot.de), bei der Patienten kostenlos die Preise und die Behandlungsqualität von Zahnärzten in ihrer Nähe vergleichen können. Laut Auskunft der Betreibergesellschaft von zahngebot.de ist die durchschnittliche Ersparnis von Patienten -bezogen auf den Gesamtbetrag - rund 40%, bezogen auf den Eigenanteil sogar teilweise noch deutlich höher. Einige Patienten erhalten tatsächlich durch den Wettbewerb unter Zahnärzten, den diese Internetplattform forciert, die gewünschte Zahnbehandlung bei einem Zahnarzt in ihrer Nähe sogar ohne eigene Zuzahlung. Als Patient sollte man auf jeden Fall erst die Preise der Ärzte in Deutschland vergleichen, bevor man sich auf das Abenteuer “Patiententourismus” einläßt
Gemäß einer Pressemitteilung von flymedic boomt der Patiententourismus. Dabei würden nicht nur deutsche Patienten für eine Zahnbehandlung nach Ungarn fliegen oder eine Augenlaser-Operation in der Türkei durchführen lassen, sondern auch das deutsche Gesundheitssystem profitiert gemäß det Einschätzung von Flymedic vom Patiententourismus. Mit Blick auf zahlungskräftige Patienten aus Russland, den GUS Statten oder arabischen Ländern verstärken auch deutsche Kliniken und Ärzte ihre Marketinganstrengungen im Ausland.
Um die Kommunikation unter Ärzten und die Patientenversorgung europaweit zu verbessern, kooperieren zukünftig die deutsche Ärzte Community “DocCheck” und “European Medical Association” (EMA).
Ziel der Kooperation zwischen DocCheck und EMA ist es, die Kommunikation unter den EMA-Mitgliedern zu erleichtern und dadurch die Patientenversorgung europaweit noch effizienter zu machen. Dazu wird DocCheck allen EMA-Mitgliedern seine Community “DocCheck Faces” zur Verfügung stellen sowie Mitgliederbefragungen und eMail-Newsletter für die EMA abwickeln. Mit über 600.000 Mitgliedern ist DocCheck das größte europäische Ärzteportal.
Vom 01.04. - 03.04. findet in Budapest die “ECHT” (European Congress on Health Tourismus) statt. Nachdem der Kongress im Jahr 2008 in München stattgefunden hatte, wurde diesmal Budapest gewählt, da der Medizintourismus für die Ungarische Wirtschaft von großer Bedeutung ist. Die Agenda des dreitägigen Kongresses finden Sie hier